Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Inhalt:

Armin Unfricht

Identität, Integration, Politik: Zur gesellschaftlichen Bedeutung von Heroisierung und kultischer Verehrung historischer Persönlichkeiten bei den Griechen

Mein Dissertationsprojekt behandelt die Formen und Funktionen posthumer Heroisierung und kultischer Verehrung historischer Persönlichkeiten in der griechischen Antike, wobei folgende drei Fragen im Zentrum der Untersuchung stehen:

  1. Warum wird heroisiert? Welche Funktionen hat die Heroisierung und kultische Verehrung historischer Figuren? Hierbei geht es vor allem um die (Gruppen-)identitären, integrativen und politischen Aspekte dieser Form des Heroenkultes.
  2. Wie wird heroisiert? Welche Techniken und Praktiken werden angewandt, um Heroisierungen und entsprechende Kulte einerseits erfolgreich und dauerhaft zu gestalten und andererseits die Heroen in ihrer Rolle für die jeweilige Gemeinschaft festzulegen? Drei Bereiche sind hier zentral: Der materielle (Reliquien, Gräber, Kenotaphe, Statuen oder andere Orte und Objekte, die mit einem Heros und dessen Biographie in Zusammenhang stehen), der narrative (Legenden und Mythen rund um einen Heros) sowie der rituell-performative (Riten und Feste zu Ehren des Heros) Bereich.  
  3. Wie gestaltet sich die chronologische Entwicklung der posthumen Verehrung historischer Personen von der Archaik bis in hellenistische Zeit (Veränderungen; Tendenzen; räumliche und zeitliche Charakteristika)?

Ich beschränke mich in meiner Betrachtung ausschließlich auf historisch belegbare Heroengestalten, welchen von öffentlicher Seite – d. h. von Staats wegen – posthume Verehrung zu Teil wird. Somit werden einerseits mythisch-legendäre Heroen und andererseits Heroenkulte, bei denen es sich nicht um Staatskulte handelt, a priori ausgespart. Auch wird die Verehrung lebender Personen, wie etwa der hellenistische Herrscherkult, nicht behandelt.  

Bei den posthum zu Heroen stilisierten historischen Figuren handelt es sich um eine äußerst heterogene Gruppe, welche Städtegründer (v.a. die Oikisten diverser Kolonien), andere Personen, welche im weitesten Sinne als „Gründer“ bezeichnet werden können (Kultgründer, „Neugründer“ – also die Begründer neuer politischer Ordnungen wie etwa Gesetzgeber [Nomotheten] oder auch „Retter“[Sotér]- und „Befreier“[Eleutherios]-Gestalten), sowie Krieger/Soldaten und Olympioniken, um nur die Wichtigsten zu nennen, umfasst.

Wenngleich einige der genannten Untergruppen posthum verehrter historischer Persönlichkeiten in der Vergangenheit bereits Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen waren (wie etwa Oikisten oder Olympioniken), liegt eine umfassende Studie über diese Form des Heroenkultes bis dato noch nicht vor und stellt folglich ein entsprechendes Desiderat für die Forschung dar.

CV:

Armin Unfricht studierte an den Universitäten Graz und Reykjavik die Fächer Englisch, Geschichte, Sozialkunde und politische Bildung sowie Bewegung und Sport auf Lehramt. Zudem war er studentischer Mitarbeiter am Zentrum Antike der Karl-Franzens-Universität Graz und betätigte sich nach Abschluss des Studiums als BHS-Lehrer. Seit 2018 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Institut für Alte Geschichte und Altertumskunde der Universität Graz sowie Mitglied des internationalen Doktorandenkollegs „Resonante Weltbeziehungen in sozio-religiösen Praktiken in Antike und Gegenwart“.

Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Zusatzinformationen:


Ende dieses Seitenbereichs.