Herbsttagung der IGS vom 17. bis 19. Oktober 2018 in Graz im Meerscheinschlössl „Zum Verhältnis von Resonanz und Rezeption“
Beziehungen der Menschen zur Welt – zu anderen Menschen, zu Dingen, zur Natur, zum eigenen Selbst, zum Transzendenten, zu Gott bzw. Göttern – hervorbringen, bestimmen oder ausdrücken. Die Beschaffenheit von Weltbeziehungen sagt dann wiederum viel über die jeweilige Kultur und die sozialen Positionen (z. B. Geschlechter-positionen, soziale Ungleichheiten) aus, die diese prägen.
Texte, Bilder und Objekte spielen in rituellen Praktiken – in der Antike zumeist in religiösen Kontexten – häufig eine wichtige Rolle. Diese sind jedoch nicht statisch, vorgegeben oder unverrückbar. Die Tagung möchte deshalb das Phänomen Rezeption und die durch Rezeptionen gegebenen Aktualisierungen, Adaptionen und Neu-Interpretationen in den Blick nehmen. Dabei sind nicht nur intertextuelle Rezeptionen, sondern auch intermediale Bezüge, die sich in Texten, Bildern (Sprachbilder und ikonographische Darstellungen), Objekten widerspiegeln, zu untersuchen. Das Erfahren von Resonanz kann hier als die nicht verfügbare Reaktion eines/einer beteiligten Akteurs oder Akteurin (Lesers/in, Betrachters/in, Benutzers/in, Schreibers/in usw.) einen Ansatz bieten, um den Prozessen in Rezeptions- oder Transformationsketten eine neue Interpretationsdimension zu geben.
Die Tagung aller Promovierenden und Lehrenden der IGS will aktuelle Forschungen zu Rezeption und Resonanz im Sinne der skizzierten Fragestellung des Kollegs diskutieren.
Welche Strategien finden sich in Texten oder bei bestimmten Autor:innen, um Resonanz zu ermöglichen? Wie funktionieren Rezeptionsprozesse von und in Bildern und Objekten, die im Vergleich zu Texten anders zirkulieren können? Was wird zu welchen Zeiten und in welchen Situationen rezipiert und was nicht? Welche Rolle spielen Rezeptionsgemeinschaften für die Entwicklung von Traditionen als gesellschaftlich breit anerkannte Rezeptionsformen? Warum erweisen sich solche in vielen Fällen als „resonanter“ als andere? Welche Machtkonstellationen liegen Rezeptionsprozessen zugrunde, die (zumindest zeitweise) Resonanz zu erzeugen imstande sind?
Um eine intensive Diskussion und eine vorbereitende Reflexion gerade auf die zuletzt genannten Fragen zu ermöglichen, werden die Beiträge der Referierenden vorab verschickt (Abgabe der Beiträge bis zum 3. Oktober 2018).
Teilnehmer:innen:
- Doktorand:innen der ersten und zweiten Kohorte Graz und Erfurt, Fakultätsmitglieder der IGS Graz und Erfurt
- Geladene Sprecher:innen
Helmut Birkhan, Wien / Volker Hesse / Nina Zahner, Düsseldorf
- Sprecher:innen IGS
Irmtraud Fischer / Enno Friedrich / Ursula Gärtner / Eveline Krummen / Sarah Lang / Sabine Tausend / Markus Vinzent
Podiumsdiskussion mit dem Regisseur Volker Hesse am Donnerstag, 18.10.2018, in Zusammenarbeit mit der Theologischen Fakultät
„Resonante Texte oder resonante Themen? Zur Rezeption literarischer Werke im Theater“