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Alexander Schachner

Zwischen Pietät und Pragmatismus. Möglichkeiten und Grenzen der militärischen Nutzung griechischer Heiligtümer

Ein oberflächlicher Blick auf das historiographische Quellenmaterial erlaubt die Feststellung, dass Orte kultischer Verehrung im Rahmen kriegerischer Auseinandersetzungen verschiedenster Art eine signifikante Rolle spielten. Auf der Basis meiner Diplomarbeit, welche die militärische Nutzung von griechischen Heiligtümern in der zeitlich eng begrenzten Periode zwischen dem Ausbruch des Peloponnesischen Krieges (431 v. Chr.) und der Schlacht von Mantineia (362 v. Chr.) katalogisierte und analysierte, versucht das hier vorgestellte Dissertationsprojekt dieses Phänomen und seine Wirkung über die gesamte archaische und klassische Zeit hinweg zu untersuchen.
Während die Diplomarbeit in erster Linie nach den Gründen für diese Art des militärischen Handelns suchte, soll die Dissertation nun die kulturellen Implikationen des Phänomens erforschen. Dem Vorhaben liegen dabei die folgenden zentralen Thesen zugrunde:

1. Die aus militärischen Zwängen resultierende Nutzung griechischer Heiligtümer unterliegt bestimmten Regeln, die im Normalfall von allen Konfliktparteien eingehalten werden.
2. Veränderte gesellschaftliche und militärische Verhältnisse nach dem Ende des Peloponnesischen Krieges bedingen eine immer häufigere Missachtung dieser Regeln.

Von diesen Überlegungen leitet sich eine Vielzahl interessanter Fragestellungen ab, die bei bisherigen Forschungsbemühungen vollkommen außer Acht gelassen wurden: Wie sehen die Regeln bei der Besetzung eines Heiligtums aus und wie kommen diese zustande? Decken sich diese Regeln mit kultischen Tabuvorstellungen und Reinheitsgeboten, die im Normalfall für Heiligtümer gelten? Wie erklärt sich der immer rücksichtlosere Umgang mit deren Eigentum, welcher im Laufe des 4. Jahrhunderts einsetzt? Wie reagiert die Zivilbevölkerung auf solche Militäraktionen? Wie bewerten die antiken Autoren dieses Phänomen?
Darüber hinaus erlaubt die Betrachtung der gesamten archaischen und klassischen Zeit (ca. 800–300 v. Chr.) das Phänomen und all seine Facetten in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien zu analysieren. Dies bezieht sich nicht nur auf das bereits erwähnte, immer rücksichtslosere Vorgehen im Rahmen solcher Aktionen, sondern beispielsweise auch auf sich verändernde Präferenzen bei der Art der Nutzung von Heiligtümern.
Da bis dato keine wissenschaftliche Untersuchung über die Nutzung von heiligen Stätten im Rahmen kriegerischer Auseinandersetzungen existiert, soll mit dem angestrebten Dissertationsprojekt dieses Desiderat der Forschung geschlossen werden.

Akademischer Werdegang

Studium

Seit Oktobr 2017
assoziierter Doktorand an der IGS "Resonante Weltbeziehungen

Seit 02/2015   
Doktoratsstudium; Philosophie an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät; Geschichte    

03/2008 – 01/2015   
Diplomstudium Geschichte an der Karl-Franzens-Universität Graz    

10/2006 – 03/2009   
Bakkalaureatsstudium Informatik an der Technischen Universität Graz

09/1997 – 06/2005   
BG/BRG Stainach; Matura 06/2005

    
Studienbegleitende Tätigkeiten

Seit 10/2016   
Projektassistent am Institut für Alte Geschichte und Altertumskunde der Karl-Franzens-Universität Graz

03/2013 – 07/2014   
Studienassistenz am Institut für Alte Geschichte und Altertumskunde der Karl-Franzens-Universität Graz

Betreuung der Fachbibliothek Alte Geschichte und Altertumskunde

Studierendenberatung

Koordination Erfurt

Dr. Elisabeth Begemann

Mobil:+49(0)361/737-2808

Koordination Graz

Dr. Anna-Katharina Rieger

Mobil:+43 (0)316 380-2391

Vier DoktorandInnenstellen für das Studienjahr 2019/20 am MWK Erfurt ausgeschrieben!

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